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Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

07.08.2026, Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung
Dem Schneckenschleim auf der Spur
Wie schaffen es Schnecken, mit demselben Schleim zu kriechen, zu haften und sich zu schützen? Forschende zeigen, dass sie dessen chemische Zusammensetzung je nach Aufgabe gezielt anpassen.
Nach einem Regenschauer sind Schnecken besonders aktiv. Auch auf dem Max-Planck-Campus in Potsdam-Golm hinterlassen gewöhnliche Bänderschnecken (Cepaea nemoralis) ihre glänzenden Schleimspuren. Forschende aus der Abteilung „Biomaterialien“ erkannten im Schleim ein vielversprechendes Naturmaterial. Denn die Schnecke produziert nicht nur eine einzige Art von Schleim, sondern kann ihn je nach Bedarf so variieren, dass er flüssig, fest, klebrig oder rutschig wird.
Für das Forschungsteam wurde der Schneckenschleim damit zum Gegenstand einer materialwissenschaftlichen Analyse: Wie schafft es die Schnecke mit denselben Grundbausteinen völlig unterschiedliche Materialeigenschaften zu erzeugen? Die Antwort liefern die Forschenden in einer Studie, die nun im Fachjournal Science erschienen ist. Darin zeigen sie erstmals umfassend, mit welchen biochemischen Rezepten die Bänderschnecke ihren Schleim gezielt an unterschiedliche Aufgaben anpasst.
„Schneckenschleim mag auf den ersten Blick unscheinbar wirken, ist aber ein unglaublich vielseitiges Material,“ sagt Dr. Franziska Jehle, korrespondierende Autorin der Studie. „Dass die Schnecke mit den gleichen Grundbausteinen gezielt die Eigenschaften ihres Schleims verändern kann, macht sie für die Forschung so spannend.“
Der Baukasten des Schneckenschleims
Um zu verstehen, wie die Natur diese Materialvielfalt erzeugt, analysierten die Forschenden fünf verschiedene Schleimarten. Sie untersuchten Schleim, der die Fortbewegung ermöglicht, als starker Klebstoff an Oberflächen wirkt, das Tier vor Austrocknung schützt, das Gehäuse während längerer Ruhephasen verschließt und zur Verteidigung dient.
Dabei zeigte sich, dass die Schnecke für die verschiedenen Schleime stets die gleichen Komponenten verwendet, die sie in unterschiedlichen Mengen zusammenmischt. Bei den chemischen Bausteinen handelt es sich um Proteine, vor allem Kollagen, und Kalzium.
Überrascht hat die Forschenden, dass sie Kollagen VI als zentralen Bestandteil des Schleims identifiziert haben. Denn das Protein ist vor allem für seine strukturgebende Funktion in menschlicher Haut, Knochen und Gelenken bekannt. Gemeinsam mit ungeordnetem Kalziumkarbonat, das die Schnecke im Drüsengewebe speichert und bei Bedarf zusammen mit dem Schleim abgibt, trägt der Anteil von Kollagen VI entscheidend dazu bei, die Eigenschaften der verschiedenen Schleime zu steuern. Offenbar verändert die Schnecke über die Gesamtmenge an Proteinen und den Anteil an Kollagen VI, wie dicht das Proteinnetzwerk im Schleim ist. Das wirkt sich unmittelbar auf die mechanischen Eigenschaften aus: Je engmaschiger das Proteinnetz ist, desto zäher ist der Schleim. Kalzium dient in seiner Ionenform entweder der Vernetzung oder als Calcit der Verstärkung des Materials.
Von der Natur lernen
„Die Erkenntnisse dieser Studie reichen weit über die Biologie der Schnecke hinaus“, sagt Prof. Peter Fratzl, Co-Autor der Studie und Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung. „Natürliche Materialien erzielen mit wenigen Bausteinen eine enorme Vielfalt an Funktionen. Wenn wir die Prinzipien dahinter verstehen, ist das für die Entwicklung nachhaltiger Materialien von großer Bedeutung.“
So könnten sich nach dem Vorbild von Schneckenschleim beispielsweise umweltfreundliche Klebstoffe, funktionelle Beschichtungen oder Materialien für medizinische Anwendungen herstellen lassen.
Originalpublikation:
Mariella Gabler, Emeline Raguin, Ernesto Scoppola, Barbara Steigenberger, Assa Yeroslaviz, Peter Werner, Peter Fratzl, Franziska Jehle. Calcium tunes snail mucus–based materials to multiple functions. Science 393 (6811), S. 596 – 600 (2026).
https://doi.org/10.1126/science.adx7367 Weiterlesen

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Portrait: Großer Puppenräuber

Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Familie: Laufkäfer (Carabidae)
Unterfamilie: Carabinae
Gattung: Puppenräuber (Calosoma)
Art: Großer Puppenräubern (Calosoma sycophanta)

Großer Puppenräuber

Der Große Puppenräuber ist mit 17,5 bis 28 Millimetern Körperlänge die größte Art der Puppenräuber in Europa. Er ist meist blauschwarz gefärbt und hat goldgrün und leicht rötlich gefärbte, längsgerillte Deckflügel. Bei manchen Exemplaren sind die Deckflügel hauptsächlich rot, der Kopf und der Halsschild violett, oder der Körper schwarz und nur die Ränder der Deckflügel grün. Der Seitenrand des Halsschildes ist stark abgerundet und durchgehend gesäumt. Zwischen den Rillen der Deckflügel sind größere Punkte erkennbar. Weiterlesen

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Portrait: Rhinozerosvogel

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Hornvögel und Hopfe (Bucerotiformes)
Familie: Nashornvögel (Bucerotidae)
Gattung: Buceros
Art: Rhinozerosvogel (Buceros rhinoceros)

Rhinozerosvogel (Weltvogelpark Walsrode)

Der Rhinozerosvogel erreicht eine Größe von 80 bis 90 cm sowie ein Gewicht von 2 bis 3 Kilogramm. Bei der Nominatform liegt das Durchschnittsgewicht bei 2,6 Kilogramm. Von der Gesamtlänge dieser Nashornvogelart entfallen bei den Männchen durchschnittlich knapp 38 und bei den Weibchen 35 Zentimeter auf den Schwanz. Der Schnabel erreicht bei den Männchen eine Länge zwischen 27 und 34 Zentimeter, bei den Weibchen bleibt er etwas kleiner und hat eine Länge von 22,5 bis 27 Zentimeter. Der Geschlechtsdimorphismus ist nur schwach ausgeprägt.
Bei dem Männchen sind bis auf den weißen Unterbauch, die weißen Schenkel und die weißen Unterschwanzdecken das gesamte Körpergefieder schwarz. Der Schwanz ist weiß mit einem breiten schwarzen Querband in der Mitte.
Besonderes Merkmal ist der große, gebogene Schnabel. Er ist von der Grundfarbe her blassgelb bis elfenbeinweiß. Seine auffällige orange bis orangegelbe Färbung erhält er durch das Sekret der Bürzeldrüse, mit der der Rhinozerosvogel sein Gefieder pflegt. Wie viele der Nashornvogelarten bildet der Rhinozerosvogel einen ausgeprägten hornartigen Aufsatz aus lockerem Knochengebälk aus. Dieser ist durch das Bürzelsekret ebenfalls gelblich bis rötlich gefärbt. Die Entwicklung des Hornaufsatzes ist individuell verschieden. Dabei spielt auch eine Rolle, wie häufig die Vögel ihren Schnabel und das Horn an Ästen oder Ähnlichem reiben.
Männchen haben schwarz umrandete rote oder orange Augen, Weibchen bleiben kleiner und haben rot umrandete weiße Augen. Bei den Weibchen fehlen außerdem schwarze Abzeichen auf dem Schnabel. Weiterlesen

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Portrait: Weißwal

Ordnung: Wale (Cetacea)
Unterordnung: Zahnwale (Odontoceti)
Überfamilie: Delfinartige (Delphinoidea)
Familie: Gründelwale (Monodontidae)
Gattung: Delphinapterus
Art: Weißwal (Delphinapterus leucas)

Beluga (ChatGPT)

Weißwale oder Belugas sind zwischen drei und maximal sechs Meter lang bei einem Gewicht von 400 bis 1000 Kilogramm; die Männchen sind in der Regel größer und schwerer als die Weibchen. Der Körper wirkt massig und ist im Schulterbereich rechteckig ausladend. Der Kopf ist relativ kurz und trägt eine vorgewölbte Verdickung, die sich im Laufe des Lebens ausbildet und ein Melone genanntes Organ enthält. Der Hals ist meist gut durch einen Nackenabschnitt zu erkennen und der Kopf ist durch unverwachsene Halswirbel recht gut beweglich. Die Fluke (Schwanzflosse) ist verhältnismäßig breit und wird mit dem Alter der Tiere zunehmend ginkgoblattförmig. Die Flipper (Brustflossen) sind abgerundet rechteckig, der Außenrand rollt sich bei älteren Tieren auf. Die Augen sind sehr klein und liegen dicht hinter den Mundwinkeln, die Ohröffnung ist fast gar nicht sichtbar. Kurz vor dem Nacken liegt das halbmondförmige Blasloch.
Wie bei allen Walen ist die Haut unbehaart und besitzt eine dicke Oberschicht. Diese Epidermis ist bei den Weißwalen zwischen 5 und 12 Zentimeter dick und liegt damit auch für Wale über dem Durchschnitt, ebenso die darunter liegenden Schichten. Das Unterhautgewebe ist zu einer Fettschicht ausgebildet, die, abhängig vom Ernährungszustand, dem Geschlecht und der Jahreszeit, zwischen 2 und 22 Zentimeter dick ist. Die Zitzen der Weibchen liegen in speziellen Taschen und sind nur bei alten oder säugenden Tieren sichtbar. Weiterlesen

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Rewilding

Exmoorponys (Wildpark Sababurg)

Als Rewilding bezeichnet man ein ökologisches Konzept, das darauf abzielt, durch ein Zurückfahren menschlicher Eingriffe und andere Methoden in einem bestimmten Projektgebiet eine ursprüngliche Wildnis und natürliche ökologische Prozesse wiederherzustellen. Der Begriff, seine Methoden und auch die Varianten des Konzeptes sind allerdings nur unscharf zu definieren bzw. voneinander abzutrennen. Häufig umfassen Rewilding-Projekte eine Auswilderung von Spitzenprädatoren und/oder Schlüsselarten. Praktische Beispiele für die Umsetzung des Konzeptes bzw. einer seiner Varianten sind das niederländische Schutzgebiet Oostvaardersplassen, die Wiederansiedelung von Wölfen im Yellowstone-Nationalpark und der Pleistozän-Park in Russland. Weiterlesen

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Bernhard Kegel: Rettung durch schnelle Evolution (Rezension)

In der Natur geht Seltsames vor. Grillen verstummen, Tintenfische schrumpfen, Vögel verändern ihr Aussehen und Echsen wachsen lange Beine. Durch den Klimawandel, die Globalisierung, die Zerstörung der Habitate, den Einsatz von Pestiziden und intensive Bejagung verändern sich viele Arten überraschend schnell. So gibt es zum Beispiel immer mehr Elefanten ohne Stoßzähne, weil sich die stoßzahnlosen Exemplare vermehren können, während die mit Stoßzähnen Wilderern zum Opfer fallen. Der Mensch befeuert die Evolution, die Zeiten langsamen Wandels sind vorbei.
Doch neben der wünschenswerten Rettung unserer Tier- und Pflanzenwelt durch die Evolution gibt es auch eine dunkle Seite. Denn auch die unzähligen Mikrobenarten nutzen die rettende Kraft der Evolution. Das Ergebnis sind Resistenzbildungen von Krankheitserregern und Schädlingen. In beiden Fällen geht es um dasselbe Phänomen, daher brauchen wir ein tiefer gehendes Verständnis dieser Prozesse. Bernhard Kegel zeigt, dass wir die Kraft und die Möglichkeiten evolutionärer Veränderungen unterschätzt haben, und entführt uns in die aufregende Welt der Evolutionsbiologie.
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TTT: 10 Bücher vor, die in letzter Zeit bei mir eingezogen sind

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Let’s talk about … Fischechsen

Ichthyosaurus (ChatGPT)

Die Ichthyosaurier (Ichthyopterygia, von griechisch ἰχθῦς ichthŷs oder ἰχθύς ichthýs, deutsch ‚Fisch‘ und πτερύγιον pterýgion, deutsch ‚Fischflosse‘; allgemeinsprachlich auch Fischsaurier) sind eine Gruppe ausgestorbener Reptilien aus dem Mesozoikum (Erdmittelalter). Sie waren vollständig an das Leben im Wasser angepasst und lebten ausschließlich im Meer. Insgesamt sind etwa achtzig Arten beschrieben. Sie lebten über einen Zeitraum von über 150 Millionen Jahren und starben vor 93 Millionen Jahren zu Beginn der Oberen Kreide aus, etwa 30 Millionen Jahre vor dem Aussterben der Nicht-Vogel-Dinosaurier. Die Ichthyosaurier unterliefen in der späten Trias sowie zwei Mal während des Juras größere Radiationen, aus denen die Neoichthyosauria mit unter anderem den Ophthalmosauridae und den Platypterygiinae hervorgingen.
Das erste komplette Skelett eines Ichthyosauriers wurde 1811 durch die zwölfjährige Mary Anning im englischen Lyme Regis gefunden, als Dinosaurier noch unbekannt waren. Die Fossilien verwirrten die Menschen, denn der Körperbau erinnerte in einigen Punkten an den von Landwirbeltieren. Trotzdem wurden sie von einigen Forschern zunächst für Fische gehalten. Andere sahen in ihnen Amphibien oder sogar Meeressäugetiere. Weiterlesen

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Neues aus dem MonsterVerse

Und wieder Godzilla …
Nachdem ich erst vor Kurzem auf die neuen „Filme“ aus Japan eingegangen bin, nun ein Update des amerikanischen Monsterverse, von dem ich auch schon einiges verschlafen habe, weil die Streamingdienste zahlreich sind und man nicht alle haben kann (zumindest nicht bei meinen Verhältnissen, was das finanzielle anbelangt).
Inzwischen habe ich auch Godzilla vs Kong II: The New Empire gesehen. Mir hat er gut gefallen, aber auch wen es Godzilla-Filme gibt, die mir nicht gefallen, so bin ich dem Kaiju-Genre schon sehr zugetan. Weiterlesen

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Zoopresseschau

Zoo Hof 09.08.2026
Unsere Nandus heißen Shakira und Franz
Die Namen unserer beiden Nandus stehen fest: Shakira und Franz! Zahlreiche Besucherinnen und Besucher sowie viele Hoferinnen und Hofer haben sich an der Abstimmung beteiligt und für ihre Favoriten gestimmt. Am Ende setzten sich Shakira bei den weiblichen und Franz bei den männlichen Namen durch. Wir freuen uns sehr über die große Beteiligung und bedanken uns bei allen, die mitgemacht haben. Urban Art & Animals am 14. August Am Freitag, den 14. August 2026, findet im Zoo Hof „Urban Art & Animals“ statt. Wir laden zu einem besonderen Sommerabend mit Networking, Kunst, Musik und Tieren ein. Im Ticketpreis von 30 Euro sind unter anderem eine exklusive Zooführung mit Blick hinter die Kulissen, Live-Musik, Urban Art und Live-Kunst sowie Flying Fingerfood enthalten. Getränke und Cocktails werden separat über das Zoo-Café angeboten. Weiterlesen

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