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Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

11.05.2026, Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie
Verändertes Verhalten konservierter Zellen formt das Gesicht des Hais
Forscher haben herausgefunden, dass die Zellen, aus denen das Gesicht entsteht, aus einem Programm hervorgehen, das bei allen Kieferwirbeltieren hochgradig konserviert ist; unterschiedliche Gesichtsarchitekturen entstehen jedoch durch das unterschiedliche Verhalten der Zellnachkommen.
Auf den Punkt gebracht:
Uralter Bauplan: Die Zellen, aus denen das Gesicht entsteht, gehen aus einem bei allen Kieferwirbeltieren tief konservierten Programm hervor
Entscheidender Unterschied: Die Unterschiede in der Gesichtsentwicklung haben ihren Ursprung im veränderten Verhalten der Zellnachkommen
Neues Modellsystem: Der Kleingefleckte Katzenhai ermöglicht die Identifizierung konservierter und divergierender Komponenten uralter Entwicklungsprogramme
Informationsreiche Quelle: Die Studie liefert einen hochauflösenden molekularen und dreidimensionalen Atlas der Gesichtsentwicklung bei einem repräsentativen Knorpelfisch, dem Kleingefleckten Katzenhai
Das meiste, was Wissenschaftler über die Gesichtsentwicklung wissen, stammt aus Studien an Knochenwirbeltieren wie Mäusen, Hühnern und Zebrafischen. Ihre evolutionären Gegenstücke, die Knorpelfische, sind jedoch bislang weitgehend unerforscht geblieben. Diese Wissenslücke hat unser Verständnis davon eingeschränkt, wie sich die Gesichtsstrukturen am Ursprung der Kieferwirbeltiere entwickelt haben.
Um dieser Frage nachzugehen, untersuchte das Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Markéta Kaucká am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie den Kleingefleckten Katzenhai (Scyliorhinus canicula). Durch die Kombination von Einzelzell-Transkriptomik mit hochauflösender molekularer Bildgebung und Synchrotronstrahlungs-Mikro-Computertomographie (SR- µCT) verfolgten die Forscher die Entwicklung der kranialen Neuralleistenzellen – jener Zellpopulation, die für den Aufbau des Gesichts verantwortlich ist.
Die Architekten des Wirbeltiergesichts
Kraniale Neuralleistenzellen sind eine transiente Population multipotenter Zellen, die nur in Embryonen von Kieferwirbeltieren vorkommt und eine zentrale Rolle beim Aufbau von Kopf und Gesicht spielt. Sie entstehen während der frühen Entwicklung an der Grenze der Neuralplatte (dem zukünftigen Gehirn), lösen sich von dort ab und wandern in bestimmte Regionen des Embryos. Dort differenzieren sie sich zu einer Vielzahl von Geweben, darunter ein Großteil des kraniofazialen Skeletts, Knorpel, Bindegewebe und Teile des peripheren Nervensystems. Aufgrund ihres breiten Entwicklungspotenzials und ihrer Schlüsselrolle bei der Formung der Gesichtsstrukturen gelten kraniale Neuralleistenzellen als wichtiger Motor der Evolution des Wirbeltierkopfes.
Ein gemeinsamer Bauplan über 400 Millionen Jahre hinweg
Die Forscher fanden heraus, dass kraniale Neuralleistenzellen bei Haien, die sich vor mehr als 400 Millionen Jahren von den Knochenwirbeltieren abgespalten haben, einem Entwicklungsprogramm folgen, das dem der Knochenwirbeltiere sehr ähnlich ist. Diese Zellen entstehen und wandern auf eine hochkonservierte Weise. Dies deutet darauf hin, dass der grundlegende „Bauplan“ für die Gesichtsbildung bereits früh in der Evolution der Kieferwirbeltiere festgelegt wurde und über verschiedene Abstammungslinien hinweg beibehalten wurde.
Wo Unterschiede entstehen: Veränderungen im Zellverhalten
Trotz dieser gemeinsamen Grundlage deckt die Studie eine entscheidende Quelle für Variationen auf: das Verhalten der Neuralleistenzellnachkommen (Tochterzellen). Beim Katzenhai sammeln sich die Nachkommen der Neuralleistenzellen zunächst hinter dem Auge und warten dort, anstatt sich wie bei der Maus oder dem Huhn zur Vorderseite des sich entwickelnden Gesichts zu bewegen. Entscheidend ist, dass aus diesen Zellen später dennoch die entsprechenden anatomischen Regionen entstehen, was darauf hindeutet, dass ähnliche Ergebnisse über unterschiedliche Entwicklungswege erreicht werden können.
„Wir hatten erwartet, dass die einzigartige Gesichtsform des Hais auf unterschiedliche Eigenschaften der kranialen Neuralleistenzellen zurückzuführen ist; das ist jedoch nicht der Fall“, sagt Dr. Elio Escamilla-Vega, Erstautor der Studie. „Das zentrale genetische Programm der kranialen Neuralleistenzellen ist bemerkenswert konserviert, und stattdessen sind die Dynamik und das Verhalten der Nachkommen der Hauptunterschied.“
Warum blieb dies bisher verborgen?
„Hai-Embryonen entwickeln sich mehrere Monate lang in einer festen Eihülle, wo sie gut vor der Umgebung geschützt sind. Dies erschwert die Anwendung von Methoden, die Forscher bei anderen Modellorganismen routinemäßig einsetzen, wie beispielsweise die Zelllinienverfolgung bei Mäusen und Zebrafischen oder die Farbstoffverfolgung bei Hühnern. Dies ist eine der größten Herausforderungen bei der Arbeit mit einem solch einzigartigen Nicht-Modellorganismus“, sagt Dr. Kaucká.
Die Forscher arbeiteten mit dem Forschungszentrum DESY (Deutsches Elektronen-Synchrotron) und Dr. Jörg Hammel zusammen und nutzten die Synchrotronstrahlungs-Mikro-Computertomographie, um die frühe Entwicklung des Katzenhais zu verstehen. „Durch Gewebekontrastierung in Kombination mit attenuationsbasierten Röntgenstrahlen können wir Bilder von sich entwickelnden Haien in 3D mit zellulärer Auflösung erzielen“, sagt Dr. Jörg Hammel von DESY. In Kombination mit der Färbung verschiedener Gene konnten die Forscher Zellen, Gewebe und Organe in sich entwickelnden Katzenhai-Embryonen zuverlässig segmentieren und die zelluläre Dynamik während der gesamten Entwicklung verstehen.
Die Forscher haben alle Daten hinterlegt, um sie der Forschungsgemeinschaft zugänglich zu machen. „Der Katzenhai wird in der Forschung immer häufiger eingesetzt“, sagt Dr. Escamilla-Vega, „aber im Vergleich zu traditionellen Forschungsorganismen ist seine Entwicklung noch weitgehend unerforscht. Wir wollten den Wissenschaftlern diese Ressourcen zur Verfügung stellen, da noch so viele interessante Informationen darin zu erschließen sind.“
Diese Forschung wurde von der Max-Planck-Gesellschaft und dem Forschungszentrum DESY (Hamburg, Deutschland), einem Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft HGF (Antrag I-20230087), finanziert.
Originalpublikation:
Elio Escamilla-Vega, Andrea P. Murillo-Rincón, Louk W. G. Seton, Ann-Katrin Koch, Stella Kyomen, Carsten Fortmann-Grote, Jörg U. Hammel, Timo Moritz, Markéta Kaucká; Developmental dynamics of catshark cranial neural crest cells provide insights into gnathostome facial evolution. Development 1 May 2026; 153 (9): dev205258. doi: https://doi.org/10.1242/dev.205258 Weiterlesen

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Portrait: Östlicher Segelflossen-Doktorfisch

Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ordnung: Doktorfischartige (Acanthuriformes)
Familie: Doktorfische (Acanthuridae)
Unterfamilie: Skalpelldoktorfische (Acanthurinae)
Gattung: Segelflossendoktorfische (Zebrasoma)
Art: Östlicher Segelflossen-Doktorfisch  (Zebrasoma velifer)

Östlicher Segelflossen-Doktorfisch (Akva Tera)

Wie alle Vertreter der Doktorfische hat auch der Östliche Segelflossen-Doktorfisch einen seitlich abgeflachten Körper, der eine Länge von bis zu 40 Zentimeter erreichen kann. Auf den dunkelgraubraun gefärbten Flanken verlaufen vertikale, weiße Streifen. Die dunklen Zonen zwischen den weißen Querbändern sind mit feinen senkrechten, gelblichen Bändern versehen. Der Kopf kann gepunktet sein. Seine große, segelförmige Rückenflosse wird von vier bis fünf Hartstrahlen und 29 bis 33 Weichstrahlen gestützt, die Afterflosse von drei Hartstrahlen und 23 bis 26 Weichstrahlen. Beide Flossen werden während des Imponiergehabes aufgestellt. Bei den einzelgängerischen und territorialen Jungfischen sind beide Flossen besonders hoch und werden später reduziert. Weiterlesen

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Portrait: Königspinguin

Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Pinguine (Sphenisciformes)
Familie: Pinguine (Spheniscidae)
Gattung: Großpinguine (Aptenodytes)
Art: Königspinguin (Aptenodytes patagonicus)

Königspinguin (Schloss Rosenstein)

Ein ausgewachsener Königspinguin erreicht eine Körperlänge zwischen 85 und 95 Zentimeter und wiegt zwischen 10 und 16 Kilogramm. Ein auffälliger Sexualdimorphismus besteht nicht, Weibchen sind aber tendenziell etwas kleiner und leichter. Auf Grund der Körpergröße besteht eine Verwechslungsmöglichkeit nur mit dem Kaiserpinguin. Bei dieser Art sind die gelborangen Gefiederpartien jedoch weniger leuchtend und nicht so deutlich klar eingegrenzt wie beim Königspinguin. Der Unterschnabel ist beim Kaiserpinguin außerdem rötlicher.
Adulte Königspinguine haben einen schwarzen Kopf, eine schwarze Kehle und Kinn. Frisch gemausertes Gefieder glänzt grünlich. Auffallend sind bei Adulten die leuchtend gelborangen Flecken an den hinteren Kopfseiten. Sie setzen sich als dünne Linie um den Hals bis zur Vorderbrust fort. Die Körperoberseite ist vom Nacken bis zum Schwanz silbrig graublau. Abgenutztes Gefieder kurz vor der Mauser wird matter und bräunlicher. Ein schwarzer, maximal ein Zentimeter breiter Streifen verläuft von der Kehle bis in Höhe der Flossen. Die Vorderbrust ist gelborange und hellt in Richtung der weißen Unterbrust auf. Die übrige Körperunterseite ist weiß. Die Flossen sind auf der Unterseite weiß mit einer schwarzen Spitze.
Der Schnabel ist zwischen 11,4 und 13,7 Zentimeter lang und sehr schmal. Der Oberschnabel ist schwärzlich, der Unterschnabel ist bei den meisten Individuen auf zwei Drittel der Länge auffällig orange. Die Füße und Beine sind dunkel schwarzgrau. Die Iris ist braun.
Noch nicht geschlechtsreife Königspinguine ähneln den adulten, bei ihnen sind die gelborangen Federpartien jedoch weniger leuchtend, die Kehle ist noch grauweiß und die Federn auf dem Oberkopf haben graue Enden. Sie mausern in das Federkleid der adulten Vögel am Beginn ihres dritten Lebensjahres. Küken sind anfangs mit graubraunen Dunen befiedert. Sie mausern dann in ein dichtes, braunes Federkleid, das sie bis zu ihrem zehnten bis zwölften Lebensmonat tragen. Ihr Schnabel ist schwarz. Weiterlesen

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Portrait: Barockesel

Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
Familie: Pferde (Equidae)
Gattung: Pferde (Equus)
Art: Afrikanischer Wildesel (Equus asinus)
Art: Hausesel (Equus asinus asinus)

Barockesel (Tierpark Röhrensee)

Der Österreichisch-Ungarische Weiße Barockesel oder kurz Barockesel ist eine Rasse, deren Ursprung mindestens bis in die Barockzeit zurückreicht und die im Rokoko in Ostösterreich und Ungarn gezüchtet wurde. Zu dieser Zeit waren in der adeligen Gesellschaft helle Tiere sehr beliebt, da sie als Lichtbringer galten, während dunkle Tiere eher Tod bedeuteten. So wurden bei Begräbnissen beispielsweise Rappen eingesetzt, während als Zugpferde für Herrscherkutschen viel eher Schimmel verwendet wurden. So wurden auch weiße Esel gezüchtet.
Diese mittelgroße Eselrasse hat ein weißgelbes Fell, die Farbe wird als „cremello“ bezeichnet, und hellblaue Augen. Haut und Hufe sind wenig pigmentiert. Die Fohlen weisen oft eine intensivere gelbe Farbe auf. Welches Gen für die Farbaufhellung verantwortlich ist, wird gerade wissenschaftlich untersucht. Die Mähnen sind meist Stehmähnen, Hängemähnen sind seltener, so wie das ganze Fell eine eher kürzere Haarlänge aufweist, auch hier sind Tiere mit langen Haaren seltener. Weiterlesen

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Leonie Swann: Garou (Rezension)

Die Schafe von Glennkill stürzen sich in das nächste wollsträubende Abenteuer!
Mit ihrer neuen Schäferin Rebecca gehen sie auf Europareise und beziehen bald ihr Winterquartier im Schatten eines abgelegenen, französischen Schlosses. Eigentlich könnten die Schafe es sich hier so richtig gemütlich machen, doch spätestens, als ein Toter unter der alten Eiche liegt, ist klar, dass an Winterruhe nicht zu denken ist. Ein Werwolf, ein Loup Garou, ist dafür verantwortlich, sagen die Ziegen der Nachbarweide. Für Miss Maple und Co. heißt das: Sie müssen schnell Licht ins Dunkel bringen, um nicht nur ihr eigenes Fell, sondern auch ihre Schäferin zu schützen. Und so folgen sie schon bald – mit ihren unbeirrbaren Schafsnasen – einer ersten Spur. Diese führt sie mitten in ein Gewirr aus eiskalten Schlossfluren, verschneiten Wäldern und unbequemen Fragen. Die Zeit läuft ihnen davon, und der wahre Schrecken lauert näher, als ihnen lieb ist …
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Von Flöhen übertragene Krankheiten

Denkt man an Flöhe und Krankheiten fällt einem sofort die Pest ein. Aber es gibt noch ein paar andere Krankheiten, die durch einen Flohbiss übertragen werden können. Weiterlesen

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Tiere, die nach David Attenborough benannt wurden.

Die Benennung von Arten nach bedeutenden Personen ist in der Biologie durchaus üblich. Normalerweise werden auf diesem Weg bedeutende Forscher geehrt. Aber eigentlich kann man damit jeden auch wertschätzen. Beispiele für ungewöhnliche Wertschätzungen/Ehrungen gibt es hier. Wissenschaft muss nicht immer trocken sein …
David Attenborough wurde am Freitag 100 (siehe hier) und ist immer noch aktiv. Und wenn man bedenkt wie präsent er in den vergangenen Jahrzehnten war und ist, verwundert es nicht, dass er auch in vielen Tiernamen verewigt wurde.
Wobei … da ist noch viel mehr:
Seit 2010 ist er Namensgeber für die Attenborough Strait, eine Meerenge der Bellingshausensee in der Antarktis. Das im Jahr 2020 fertiggestellte britische Polarforschungsschiff Sir David Attenborough wurde nach ihm benannt.
Zu den nach ihm benannten Pflanzen zählen ein in den Brecon Beacons entdecktes Alpen-Habichtskraut (Hieracium attenboroughianum), eine Art eines blühenden Baumes aus Ecuador (Blakea attenboroughi), eine fleischfressenden Pflanze (Nepenthes attenboroughii) sowie eine Gattung von Blütenpflanzen aus der Gruppe der Magnoliengewächse (Sirdavidia). Und es gibt noch mehr: Weiterlesen

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Tiere beim ESC

Tierisch wird es beim Österreichischen Beitrag zum ESC 2026 in Wien: Tänzer in Tiermasken zu Cosmos TANZSCHEIN… und Gorillas und und und …
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Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

05.05.2026, Universität Konstanz
Steigender Verzehr von Wildfleisch in Afrika
In städtischen Regionen Zentralafrikas ernähren sich immer mehr Menschen von Wildfleisch. Eine aktuelle Studie unter Beteiligung der Universität Konstanz zeigt: Das hat vor allem Auswirkungen auf ländliche Regionen, die auf diese Nahrungsquelle angewiesen sind.
Eine aktuelle Studie unter Beteiligung des Centre for the Advanced Study of Collective Behaviour an der Universität Konstanz, die jüngst in der Fachzeitschrift „Nature“ erschien, hat über einen längeren Zeitraum untersucht, in welchen Regionen Zentralafrikas wie viel Wildfleisch verzehrt wird. Das Ergebnis der Auswertung zeigt einen deutlichen Anstieg der verzehrten Menge in den letzten Jahren, vor allem seitens der städtischen Bevölkerung. Während im Jahr 2000 noch 0,73 Millionen Tonnen Wildfleisch von Menschen gegessen wurden, waren es im Jahr 2022 bereits 1,1 Millionen Tonnen. Dieser Anstieg weckt bei Forschenden die Sorge, dass Wildtierpopulationen in naher Zukunft gefährdet werden könnten – und damit langfristig auch die Ernährungssicherheit der Bewohner ländlicher Regionen.
Wildfleisch ist ein bedeutender Bestandteil der täglichen Ernährung in vielen ländlichen Regionen Zentralafrikas. Rund ein Fünftel der täglichen Proteine werden über Wildfleisch zugeführt. Erschwingliche und sichere Alternativen sind oft nur schwer zugänglich, denn in Zentralafrika gibt es nur wenige Bezugsquellen für Fleisch aus heimischer Produktion. Der begrenzte Zugang zu tierärztlicher Versorgung und Medikamenten kann sich bei der Haltung domestizierter Tiere insbesondere in ländlichen Gebieten auch auf die menschliche Gesundheit auswirken. Und nicht zuletzt ist Wildfleisch – ähnlich wie in Europa – auch ein Art Statussymbol: Es gilt als gesünder als das Fleisch von domestizierten Tieren.
„Der Verzehr von Wildfleisch ist damit ein zentraler Bestandteil des sozio-ökonomischen Gefüges in Zentralafrika“, sagt Mattia Bessone, Ökologe am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie an der Universität Konstanz und Leiter der Studie. „Es sollten Maßnahmen ergriffen werden, um die nachhaltige Nutzung dieser Nahrungsquelle für die Landbevölkerung zu sichern. Nur dann können die UN-Ziele zur nachhaltigen Entwicklung erreicht werden.“
Eine Empfehlung der Studie lautet daher, die Nutzung von Wildfleisch in städtischen Regionen zu reglementieren und dort vermehrt auf domestizierte Tierarten zu setzen – beispielsweise Geflügel, Rind oder auch Fisch. So könnte ermöglicht werden, dass die wichtige Eiweißquelle für ländliche Regionen verfügbar bleibt. Um eine größere Akzeptanz dieser Fleischarten bei der städtischen Bevölkerung zu schaffen, wären gut abgestimmte Investitionen in nationale Ernährungssysteme nötig. Unter anderem müsste der Ausbau alternativer Proteinsektoren wie Geflügel- oder auch Fischereiwirtschaft gefördert werden. Zeitgleich müssten laut Studie auch alternative Einkommensquellen für diejenigen geschaffen werden, die derzeit vom Handel mit Wildfleisch leben.
Originalpublikation: Bessone, M., Ingram, D.J., Abernethy, K. et al.: Increase in wild animal consumption across Central Africa. Nature (2026).
DOI: 10.1038/s41586-026-10422-w Weiterlesen

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Portrait: Nördliche Riesenborkenratte

Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Altweltmäuse (Murinae)
Tribus: Phloeomyini
Gattung: Riesenborkenratten (Phloeomys)
Art: Nördliche Riesenborkenratte (Phloeomys pallidus)

Nördliche Riesenborkenratte (Zoo Usti)

Dieser sehr großer Nager wiegt 1,9–2,6 kg und erreicht eine Länge von 75–77 cm. Der Schwanz wird 320–349 mm lang, die Hinterfüße 81–90 mm und die Ohren 30–39 mm. Das Fell ist relativ lang, bedeckt auch den Schwanz und ist farblich sehr variabel, aber meist ist die Farbe fahl Graubraun oder Weiß mit dunkleren braunen oder schwarzen Feldern. Oft weisen die Tiere eine schwarze Maske und ein Band am Hals auf, sie können aber auch komplett weiß sein. Die Nördliche Riesenborkenratte hat einen schlanken Schwanz im Unterschied zur Südlichen Riesenborkenratte, der zweiten Art in der Gattung Phloeomys, welche einen buschigen Schwanz aufweist. Ihr Fell ist dunkelbraun oder rostig-braun. Weiterlesen

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