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Sarah Diehl: Ins Tiefe Blau (Rezension)

Ein einzigartiger Blick auf verborgene Tiefen und unsere Beziehung zur natürlichen Welt
Was geschieht, wenn wir in eine Welt eintauchen, in der unser Körper plötzlich schwebt, Haie uns zum Spielen einladen und gesunkene Schiffe wie Unterwassermuseen vor uns erscheinen? 71 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt und bilden ein vertrautes und doch fremdes Ökosystem, das uns körperlich, emotional und intellektuell herausfordert.
Sarah Diehl nimmt uns mit Ins tiefe Blau– von Seeungeheuern unserer Fantasie bis zu realen Gefahren und Wundern. Sie erzählt von ungeahnten Fähigkeiten, die wir unter Wasser entwickeln, wie Wale als „Rührstäbe“ Nährstoffe im Ozean verteilen und lehrt uns, wie wir uns an unheimlichen Orten zu Hause fühlen können. Zwischen Naturwissenschaft, Kulturgeschichte und Philosophie wurde das Tauchen selten so intensiv als Raum der Erkenntnis beschrieben. Dabei offenbart die Autorin tiefe Einsichten über die Zerbrechlichkeit, den Erfindungsreichtum und die Schönheit des Lebens – an Land und unter Wasser.
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Annette Marie: Alchemie und ein Amaretto (Rezension)

Als Barkeeperin in einer Gilde bin ich einiges gewohnt – exzentrische Magier, überhebliche Hexen, sogar der ein oder andere Dämon bringt mich nicht aus der Ruhe. Aber sobald es um Familie geht, bin ich raus. Und das gilt auch für fremde Familien. Warum ich also zugestimmt habe, mit Aaron über die Feiertage zu seinen Eltern zu fahren – den berühmten Leitern der Sinclair Academy –, ist mir ein Rätsel.
Kaum angekommen, wird klar: Etwas stimmt hier ganz und gar nicht. Schüler der Akademie werden angegriffen, aber niemand hat die Täter je gesehen. Unerklärliche Spuren führen in den dunklen Wald, es kursieren Gerüchte über verbotene Alchemie – und Ezra benimmt sich merkwürdiger als sonst.
Irgendetwas Böses regt sich im Schatten der Akademie. Und wenn wir nicht herausfinden, was es ist, wird dieses Weihnachten alles andere als fröhlich enden …
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TTT: 10 Autoren, von denen ich die meisten Bücher im Regal bzw. gelesen habe

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Der Blaubock … mal wieder

Der letzte Blaubock wurde 1799 oder 1800 geschossen, 16 Museumsexemplare sind erhalten und in vier Museen aufbewahrt: Stockholm (Naturhistoriska riksmuseet), Wien (Naturhistorisches Museum Wien), Leiden (Naturalis Biodiversity Center) und Paris (Muséum national d’histoire naturelle). In einer 2021 publizierten Studie wurde anhand genetischer Marker (mtDNA) nachgewiesen, dass von zehn der untersuchten Museumsexemplare nur vier tatsächlich zum Blaubock gehören, und zwar die beiden zu Lebendrekonstruktionen verarbeiteten Häute in Stockholm und Wien, ein Schädelfragment aus Leiden sowie ein Paar Hörner aus Uppsala (Evolutionsmuseet der Universität Uppsala). Als der Art zugehörig gelten ferner aufgrund früherer Untersuchungen die zu einer Lebendrekonstruktionen verarbeitete Haut aus Paris und die Haut eines erwachsenen Männchens aus Leiden (Naturalis).
Seit April 2026 gehört der Blaubock offiziell zum De-Extinction-Programm von Colossal Biosciences. Damit ist er nach Mammut, Beutelwolf, Dodo, Moa und dem Dire Wolf das sechste Projekt des Unternehmens. Und natürlich darf man die Ambitionen der Firma hinterfragen. Ob ihnen die De-Extinktion des Blaubocks (oder einer anderen Art) gelingen wird, bleibt fraglich und in meinen Augen auch ein fragwürdiges Ziel. Mit den Direwölfen hat es ja eher weniger geklappt. Weiterlesen

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Steckbrief: Tierpark Bad Liebenstein

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Zoopresseschau

Zoo Osnabrück 24.07.2026
Bretonische Zwergschafe im Zoo Osnabrück
Haarmann-Stiftung finanziert Anlage mit 40.000 Euro Vier Ouessantschafe, auch Bretonische Zwergschafe genannt, sind in den Zoo Osnabrück gezogen. Die kleinste europäische Schafsrasse soll in Zukunft in der Auenlandschaft leben – dank der Haarmann-Stiftung Natur und Umwelt, die den Bau der Schafsanlage mit 40.000 Euro finanziert. Knapp unter 50 Zentimeter Rückenhöhe, meist schwarze Wolle und ein zutraulicher Charakter: Mit Ouessantschafen ist die kleinste europäische Schafsrasse wieder am Schölerberg vertreten. Derzeit wird die Auenlandschaft fertig gestellt, bevor der Bau der Schafsanlage in der Landschaft beginnt. Ist diese fertig gestellt, ziehen die Huftiere dorthin. Aktuell können Besucher sie auf der ehemaligen Anlage der Kleinen Kudus nahe den Nashörnern entdecken. „Wir freuen uns sehr über diese spannende Tierart und danken der Haarmann-Stiftung Natur und Umwelt, die durch die Finanzierung der Anlage die Haltung der Schafe möglich macht“, so Zoogeschäftsführer Philipp Bruelheide. Die Schafsanlage soll an dem Hang in Richtung Orang-Utan Anlage entstehen, wo in der Vergangenheit der Besucherweg an den Seelöwen vorbeiführte. „Wir unterstützen den Zoo Osnabrück gerne, denn mit der Haltung von Ouessantschafen, mit denen die Besucher behutsam auf Tuchfühlung gehen dürfen, bringt er den Menschen Tiere auf besondere Weise wieder nahe“, erklärt Antonius Fahnemann, Vorstandsvorsitzender der Haarmann-Stiftung Natur und Umwelt. „Man muss Tiere kennen, um sie zu schützen – und wo kann man Menschen besser für den Natur- und Artenschutz sensibilisieren als im direkten Kontakt zu Tieren“, so Fahnemann. Ouessantschafe sind robust und meist zutraulich, werden teilweise sogar als Therapieschafe eingesetzt. „Diese Schafsrasse eignet sich hervorragend für mit Menschen, um mit Tieren in Berührung zu kommen – natürlich behutsam und nur, wenn die Schafe es auch zulassen“, erklärt Zoodirektor Tobias Klumpe. In der Auenlandschaft soll es einen eigenen Bereich für die Nähe zwischen Mensch und Tier geben, aber auch Rückzugsmöglichkeiten für die Zwergschafe. „Auch in der Zoopädagogik lassen sie sich perfekt als Beispiel für die Haustierwerdung von Tieren nutzen.“ Ouessantschafe sind auf der bretonischen Insel île de Ouessant beheimatet. Auf der praktisch baumlosen Insel mit rauen klimatischen Bedingungen haben die Schafe eine Anpassung durchlaufen, durch die sie klein und recht anspruchslos sind. Die vier Auen, also weiblichen Schafe, kamen vor etwa vier Wochen aus dem Wingster Waldzoo an den Schölerberg. „Da ihre Anlage noch entsteht, leben sie zwischenzeitlich auf der ehemaligen Anlage der Kleinen Kudus“, erklärt Klumpe. Bis dahin können Besucher sich bereits auf die Eröffnung der Auenlandschaft freuen: Ab dem 16. August wird sie für Besucher geöffnet sein. Weiterlesen

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6. Zooreise 2026 – Tag 2: Was wir gesehen haben … und was nicht

Es war nur eine kleine, bzw. kurze Reise, einmal Bad Hersfeld und zurück. Und Zurück war heute.
Zwischenziele waren der Robert-Heil-Turm in Bad Hersfeld, der Tierpark in Bad Liebenstein, der Trusetal-Wasserfall und der Tierpark in Suhl.
Nach einem wirklich ausgiebigen Frühstück ging es los. Und ja, der Müslifreund ist auf seine Kosten gekommen. DAS HAUS AM PARK werden wir uns merken. Neben dem Frühstück ist natürlich auch die Nähe zur Stiftsruine ein Pluspunkt. Die Hellhörigkeit aber nicht. Dagegen kann man mit Ohrstöpseln angehen. Im Großen und Ganzen aber waren wir zufrieden. Weiterlesen

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Wirgarten, Fulda

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6. Zooreise 2026 – Tag 1: Something Rotten

Mehr oder weniger spontan wurde eine Reise nach Bad Hersfeld geplant… Ziel: Something Rotten, angeblich das lustigste Musical seit 400 Jahren. Nun, der Abend würde es zeigen. Aber erst musste der Weg von München nach Bad Hersfeld zurück gelegt werden. Zwischenziele sollten der Wildpark Hundshaupten, der Wirgarten in Fulda und der High Walk in Rotenburg an der Fulda sein. Letzterer ist die zweitlängste Fußgängerbrücke Deutschlands. Weiterlesen

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Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

21.07.2026, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Bandwurm lässt Ameisen länger leben
Arbeiterinnen der Ameisenart Temnothorax nylanderi, die vom Bandwurm Anomotaenia brevis befallen sind, leben um ein Vielfaches länger als ihre nicht infizierten Nestgenossinnen. Außerdem sind sie weniger aktiv, während ihr Stoffwechsel zum Teil dem von Königinnen ähnlicher wird. Eine neue Studie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die nun in der Fachzeitschrift BMC Genomics erschienen ist, zeigt die molekularen Hintergründe dieses ungewöhnlichen Effekts.
Ein Bandwurm verändert das Leben von Ameisen grundlegend: Arbeiterinnen der Art Temnothorax nylanderi, die vom Bandwurm Anomotaenia brevis befallen sind, leben um ein Vielfaches länger als ihre nicht infizierten Nestgenossinnen. Außerdem sind sie weniger aktiv, während ihr Stoffwechsel zum Teil dem von Königinnen ähnlicher wird. Eine neue Studie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), die nun in der Fachzeitschrift BMC Genomics erschienen ist, zeigt die molekularen Hintergründe dieses ungewöhnlichen Effekts. Die Forschenden fanden Hinweise darauf, dass der Parasit vorhandene biologische Programme der Ameise verändert. Für den Bandwurm könnte diese Veränderung vorteilhaft sein, denn die Ameisen dienen ihm als Zwischenwirte. Vollständig entwickelt sich der Parasit erst in Spechten, seinen Endwirten. Dass infizierte Arbeiterinnen länger leben und weniger aktiv sind, könnte seine Weitergabe begünstigen.
Für die Studie untersuchte das Team um Prof. Dr. Susanne Foitzik vom Institut für Organismische und Molekulare Evolution (iomE) der JGU Ameisen aus dem Lennebergwald bei Mainz. Diese wurden im Labor drei Gruppen zugeordnet: Königinnen, vom Bandwurm infizierten Arbeiterinnen und nicht infizierten Arbeiterinnen. Aus den Tieren präparierten die Forschenden jeweils Gehirn und Fettkörper, ein unter anderem für Stoffwechsel und Immunsystem wichtiges Gewebe im Hinterleib. Anschließend analysierten sie mithilfe von RNA-Sequenzierung, welche Gene in den Gehirnen und Fettkörpern aktiv waren. Zusätzlich untersuchten sie Genom- und Transkriptomdaten des Bandwurms, also Daten zu seinem Erbgut und zu den Genen, die in ihm aktiv sind. So sollte geprüft werden, ob der Parasit körpereigene Signalstoffe der Ameisen nachahmt.
Infektion verändert Physiologie der Ameisen gezielt
„Unsere Genanalysen zeigen, dass die Infektion die Ameisen nicht einfach krank macht, sondern ihre Physiologie sehr gezielt verändert“, sagt Susanne Foitzik. „Auf molekularer Ebene zeigten befallene Arbeiterinnen ein in Teilen königinnenähnliches Profil.“ Besonders deutlich wurde dies im Fettkörper. „Dort fanden sich deutliche Überschneidungen zwischen infizierten Arbeiterinnen und Königinnen.“ Betroffen waren unter anderem Gene, die mit Stoffwechsel, Immunsystem, Stressresistenz und Alterungsprozessen zusammenhängen. „Die Befunde im Fettkörper sprechen dafür, dass der Bandwurm an vorhandene Signal- und Stoffwechselwege der Ameise anknüpft und diese verschiebt“, so Foitzik. Für die Alterung der Tiere ist dieser Befund besonders interessant: Aus früheren Untersuchungen zu diesem Ameisen-Bandwurm-System ist bekannt, dass infizierte Arbeiterinnen Überlebensraten aufweisen, die denen von Königinnen näherkommen. Königinnen dieser Art können bis zu 20 Jahre alt werden, während Arbeiterinnen in der Regel nur ein bis zwei Jahre leben. Dass infizierte Arbeiterinnen im Fettkörper teilweise ein königinnenähnliches molekulares Profil zeigen, könnte dazu beitragen, diesen Effekt zu erklären.
Gedämpfte Signale im Gehirn
Anders sah das Bild im Gehirn aus. Dort ähnelten infizierte Arbeiterinnen den Königinnen deutlich weniger. Stattdessen waren viele Neuropeptide, also Botenstoffe, die Verhalten, Nahrungsaufnahme und soziale Reaktionen beeinflussen können, sowie ihre Rezeptoren herunterreguliert. Die veränderte Aktivität dieser Signalwege könnte dazu beitragen, dass infizierte Arbeiterinnen weniger arbeiterinnentypisches Verhalten zeigen. „Der Effekt der Infektion ist also gewebespezifisch“, erklärt Giulia Blasi, Erstautorin der Studie und Doktorandin am iomE. „Im Fettkörper sehen wir eine Verschiebung in Richtung eines königinnenähnlichen Stoffwechselprofils. Im Gehirn dagegen werden viele Signalwege gedämpft, die mit Verhalten und Aktivität zusammenhängen.“
Eine mögliche Erklärung wäre gewesen, dass der Bandwurm Botenstoffe der Ameisen nachahmt, indem er eigene Neuropeptide bildet, die denen der Ameisen ähneln und so deren Signalsystem täuschen. Dafür fanden die Forschenden jedoch keine Hinweise, da die vom Parasiten gebildeten Peptide denen ihres Wirts nicht ausreichend ähnelten. „Die Daten sprechen eher dafür, dass der Parasit die Ameise indirekt beeinflusst, indem er in körpereigene Regulationsnetzwerke eingreift, die unter anderem Stoffwechsel, Immunsystem, Alterung und Verhalten steuern“, so Blasi.
Modell für parasitäre Manipulation
„Königinnen und Arbeiterinnen sozialer Insekten haben dieselbe genetische Grundlage, unterscheiden sich aber stark in Lebensweise und Lebensdauer“, sagt Susanne Foitzik. „Dass infizierte Arbeiterinnen im Fettkörper teilweise ein königinnenähnliches molekulares Profil zeigen, deutet darauf hin, dass der Parasit an vorhandene biologische Programme der Ameise anknüpft.“ Das Ameisen-Bandwurm-System liefere daher ein geeignetes Modell, um zu untersuchen, wie Parasiten Alterung und Verhalten ihrer Wirte verändern können.
Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Daran beteiligt waren Susanne Foitzik, Giulia Blasi und Katharina Schwolow von der JGU sowie Hugo Darras von der Zhejiang University in Hangzhou, China.
Originalpublikation:
G. Blasi et al., Cestode infection is linked to transcriptional shifts in neuropeptide signalling and caste-specific ageing pathways in a social insect, BMC Genomics, 15. Juni 2026,
DOI: 10.1186/s12864-026-12959-6
https://link.springer.com/article/10.1186/s12864-026-12959-6 Weiterlesen

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